Diätenwahn

Spätestens, wenn im Frühling die Temperaturen ansteigen, die Sommerurlaube geplant werden und die Kleider luftiger werden, werden auch die Diät-Themen zunehmend präsent.

Unzufrieden mit dem eigenen Körper und der eigenen Figur haben viele Menschen zum Ziel in möglichst kurzer Zeit die über einen langen Zeitraum angegessenen, überschüssigen Kilos wieder loszuwerden. Ob Low Carb, Paleo oder intermittierendes Fasten – das Angebot an Ernährungsformen, die (angeblich) vielversprechende Ergebnisse in wenigen Wochen liefern ist unbegrenzt. Die Effektivität ist stark umstritten und immer mehr werden die negativen Auswirkungen deutlich, die falsche oder stark mangelhafte Ernährungsformen für die körperliche Gesundheit, das Wohlbefinden und auch die Figur haben.

Worüber sich viele Menschen nicht bewusst sind: unser Körper ist unser Kapital und ohne ihn würden wir nicht aufstehen können, nicht arbeiten können – schlichtweg nicht leben können. Er ist uns wohlgesonnen, überaus schlau, durchdacht und auch ein „Gewohnheitstier“, das regelmäßig „gefüttert“ werden muss.

Wir zeigen Euch in diesem Artikel warum radikale, einseitige Ernährungsformen und Mangelernährung sowohl physisch als auch psychisch krank machen und meist zu einer Gewichtszunahme anstatt einer Gewichtsabnahme führen.

 

Das körperliche Gleichgewicht

Mit radikalen, plötzlichen Umstellungen oder der Verwehrung der nötigen Kalorienzufuhr bringen wir unseren Körper komplett aus seinem natürlichen Gleichgewicht. Plötzlich soll er Energie aus Lebensmitteln ziehen, die er sonst nicht verarbeiten sollte oder mit denen er nichts anfangen kann, da sie ihm die falsche Art von Energie geben. Der körperliche Stress, dem sowohl Körper als auch Psyche während einer Diät ausgesetzt sind wirkt sich negativ auf das körperliche Gleichgewicht aus. Die ständigen Gedanken über das Essensthema während der Diät, der körperliche Stress durch permanente Hungergefühle und der Zwiespalt zwischen dem, was der Körper verlangt und dem, was der „Diätplan“ vorgibt lässt den Cortisolspiegel drastisch ansteigen. Das Hormon Cortisol sorgt wiederum dafür, dass unser Körper Fett einspeichert und im Endeffekt neigt man eher dazu zuzunehmen, anstatt ab.

 

Der Stoffwechsel

Viele Menschen sind der Ansicht, dass besonders eine kohlehydratarme Ernährung den Stoffwechsel auf Hochtouren bringt und dazu führt, dass der Körper die Nahrungsmittel schnell verbrennt. Die beigeführte Kalorienreduktion führt schlussendlich jedoch dazu, dass sich der Körper daran anpasst und er schaltet in den Energiesparmodus. Alle Prozesse im Körper laufen dann langsamer ab und wir werden müder, antriebsloser und haben zu nichts mehr Lust. Durch dieses Kaloriendefizit werden vom Körper zusätzlich Hormone ausgesendet, die dazu führen, dass die Lust auf Essen und besonders nach kalorienhaltigen Speisen stark ansteigt – der Körper setzt somit Kompensationsmechanismen in Gang um den natürlichen Lebenswillen aufrechtzuerhalten.

Um dafür zu sorgen, dass der Körper optimal funktionieren kann und der Stoffwechsel angekurbelt wird benötigt der Körper genau das, was er wirklich braucht und auch verlangt. Gibt man dem Körper die richtige Menge an Nahrungsmitteln, zur richtigen Zeit und von dem, was er auch wirklich benötigt – also das, worauf man Appetit hat – kann er optimal Energie daraus ziehen. So kann auch der Stoffwechsel anfangen auf Hochtouren zu laufen.

Jeder Körper hat einen eigenen Rhythmus, der dafür sorgt, dass das körperliche Gleichgewicht aufrechtgehalten wird. Beachtet man beim Essen diesen körpereigenen Rhythmus, kann der Körper mit seinen Stoffwechselvorgängen richtig funktionieren. Studien belegen, dass Menschen die intuitiv das essen, worauf sie wirklich Lust haben und zu genau der Zeit, wenn ihr Körper es verlangt, grundsätzlich schlanker sind und sogar ein positiveres Bild über sich selbst und eine gesteigerte Lebensenergie haben.

Läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren, beschleunigen sich auch die körperlichen Prozesse in den Zellen und man sprudelt vor Energie. Die körperliche Energie sorgt dann wiederum dafür, dass die Motivation für Bewegung und Sport ansteigt und man mit Power durch den Tag gehen kann. Ebenfalls ist es für den Körper wesentlich leichter Muskeln aufzubauen, wenn er optimal versorgt ist, das natürliche körperliche Gleichgewicht hält und sich nicht in einem Kaloriendefizit befindet.

 

Emotionen und Gefühle

Vor allem die psychischen und emotionalen Auswirkungen der Abnehmgedanken und der nicht ausreichenden Kalorienzufuhr, die zu einer starken Unzufriedenheit und schlechter Laune führen, machen sich bemerkbar. Durch den negativen Stress des angestiegenen Cortisolspiegels aufgrund des Verzichtes neigt der man dazu, diesen negativen Fokus auf andere Bereiche des Lebens auszuweiten. Als Folge sinkt das Selbstwertgefühl, man fühlt sich schlecht und gerät in eine negative Spirale der Gefühle und Emotionen, die sich gegenseitig verstärken können. So leiden auch das Umfeld, Familie, Freunde und Partner unter dem negativen Gefühlszustand, da sich die schlechte Laune und die negativen Emotionen bemerkbar machen. Noch dazu können negative Emotionen dazu führen, dass man aus emotionalen Gründen deutlich mehr isst, um den Gefühlszustand zu verändern und besonders mit Süßigkeiten, Schokolade und Co. wird versucht die negativen Emotionen zu besänftigen.

 

Intuition – der Schlüssel zur Gesundheit

Die Besonderheiten des menschlichen Körpers sind so zahlreich, dass er als ein kleines Wunder gesehen werden kann. Unser Körper ermöglicht es uns zu leben. Er organisiert tausende von unterschiedlichen Prozessen über den Tag hinweg und tut alles dafür, die körperlichen Funktionen aufrecht zu erhalten. Dafür benötigt er Energie – jeder Körper individuell nach seinen eigenen Bedürfnissen und nicht nach einer ausgedachten Ernährungsform. Geht man achtsam mit ihm um, schätzt ihn und steht in Verbindung mit ihm, weiß man auch wonach einem gerade ist. Ob wir uns bewegen möchten, uns ausruhen, etwas trinken oder etwas essen, spüren wir intuitiv in uns hinein können wir entscheiden, was wir gerade brauchen. Mit dem Essen verhält es sich nicht anders. Mal hat man Lust auf einen großen, frischen Salat und an anderen Tagen hat man aufgrund beispielsweise besonderer Anstrengung am Abend das Bedürfnis nach einer großen Portion Pasta.

Grundlegend ist jeder Körper aber in der Lage, genau und richtig zu entscheiden was er braucht. Das beste Beispiel dafür sind Kinder, die stets das essen wonach ihnen ist, sich dann bewegen, wenn ihnen danach ist und sich ausruhen und schlafen legen, wenn ihnen danach ist.

 

 

 

Quellen:

 

http://www.thisisinsider.com/signs-not-eating-enough-calories-2017-11

https://www.refinery29.com/diet-problems?bucketed=true&bucketing_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F

https://www.mindbodygreen.com/articles/can-intuitive-eating-really-help-you-lose-weight

https://www.livestrong.com/article/466201-why-does-the-human-body-need-food-to-survive/

https://www.livestrong.com/article/498652-the-negative-side-effects-of-extreme-diets/

 

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